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Transvorarlberg 2016

Montag, 26. September 2016, 21:55 Uhr

Zum vierten Mal infolge bin ich heuer beim Transvorarlberg gestartet. Es war allerdings das erste Mal mit gutem, richtig gutem, nein, richtig heißem Wetter. Bereits die Woche zuvor war sehr sommerlich und somit war schon am Vortag klar, dass es auf Neoverbot herausläuft. Da Schwimmen meine stärkste Disziplin ist, die Schwimmstrecke zudem eh nur 1,2km beträgt, kam mir da wenigstens das gute Wetter entgegen. Sorgen machte mir da eher das Radfahren und Laufen bei den zu erwartenden Temperaturen. Gerne hätte ich meine persönliche Bestzeit aus dem letzten Jahr angegriffen (5:01h). Mir war klar, dass das heuer wohl nichts wird und der Fokus mehr darauf gerichtet sein sollte, zu schauen was bei der Hitze geht und vor allem ins Ziel zu kommen.

Um 8:00 Uhr war Startschuß im Strandbad von Bregenz. Rechtzeitig kam die Sonne über den Pfänder und beleuchtete den See. Vom Start weg konnte ich mich gut absetzen und etwas außen in Ruhe für mich schwimmen. Mein Plan war, kontrolliert zu schwimmen - nicht am Limit, aber auch nicht trödeln. Aufgrund meiner etwas abseitigen Position hatte ich keinen Wasserschatten, dafür einen guten Überblick. Nach 19:48 überquerte ich als 17ter die Zeitmessmatte. Von der Position zum letzten Jahr nochmals deutlich verbessert.

Schnell gewechselt und ab aufs Rad, um möglichst viele Meter in dem noch etwas niedrigeremRad_1 Temperaturbereich. Das Radeln war diesmal aber irgendwie nicht meins. Vom Kopf her war ich nicht bereit, mich richtig quälen zu wollen. Ich konnte die bevorstehende Quälerei einfach nicht ausblenden. Zumal mir am ersten Anstieg aus Bregenz raus der Schweiß runterlief. Ich versuchte dennoch, mich irgendwie zu fokussieren und in den Rennmodus zu schalten. So halbwegs klappte das dann auch und der Hochtannbergpass kam immer näher. Allerdings stellte sich mir die Frage, wie ich diesen hochkommen sollte. Meine Beine fühlten sich schon bei den Anstiegen im Vorfeld sehr müde an und ich hatte den Eindruck, dass ich fast stehe. Mit dem Erreichen der überhängenden Kehre vorm Pass änderte sich das aber. Ich fühlte mich nun zuversichtlicher, wenn mir auch die hohen Temperaturen schon zusetzten. Daher war ich froh, als ich den höchsten Punkt auf 1675m erreichte. Die Radstrecke ist ja das Herzstück des Trans: 93km mit 2000hm. Jetzt ging es nur noch runter nach Lech, wo ich irgendwie noch 12km laufen sollte. Diese Aussicht motivierte mich aber nicht. Da spürte ich wieder diese gewisse Demotivation. Jetzt erst mal schalten und Gas geben. Doch leider konnte ich schalten, wie ich wollte, ich bekam die Kette auf kein anderes Ritzel. Kurz überlegt, ob es ich durch einen Stopp mehr Zeit verliere oder evtl. gewinne. Ich entschied mich fürs weiterfahren und fuhr mit einer teils Trittfrequenz von 150 in die Wechselzone. Da ich aufgrund meiner nebenberuflichen Ausbildung und eines Bandscheibenvorfalls deutlich weniger trainieren konnte, wollte ich wenigstens ungefähr an die Radleistung des letzten Jahres von 3:32 anknüpfen. Das gelang mir zwar nicht ganz, aber mehr war einfach aufgrund der Summe aller Faktoren nicht drin: 3:38h brauchte ich und lieferte damit die 114 Radzeit ab.

Nach einem kurzen Wechsel, ging es den ersten Anstieg direkt nach der Wechselzone hoch und auf die Lauf 1erste 6kmRunde von Zweien. Schon beim ersten Kilometer war mir klar, dass ich ins Ziel kommen werde, es aber dauern würde. Ich fühlte mich gut, aber konnte keine Leistung abrufen. Mein Körper bremste mich jäh aus. Ich versuchte mit Cola und Co Starthilfe zu geben. Nur kurzzeitig half dies, dann fiel ich wieder in ein lahmes Tempo zurück. Teils über 6min/km. Ärger und Humor wechselten sich ab. Die Anstiege lief ich eh alle aufgrund der Hitze hoch. Da fehlte mir zum Joggen doch die Luft. Die zweite Runde ging ich dann ganz entspannt. Ich wollte diese nochmals genießen und bewusst Abschied nehmen. Es stand schon vor dem Rennen für mich fest, dass ich 2017 nicht noch einmal starten werde. So lief ich in dem Bummeltempo nochmals durch und um Lech und überquerte die Ziellinie doch fertig und sehr erleichtert nach 5:18:55h. Die Laufzeit war mit 1:16:09 die 169te an dem Tag. Meine Gesamtplatzierung war die 113te.

Insgesamt waren 331 Teilnehmer gemeldet. 277 erreichten das Ziel. 12 kamen aufgrund eines DNF oder DSQ nicht ins Ziel bzw. in die Wertung.

Merkwürdig, dass so viele gar nicht erst antraten. Der Trans ist ein hervorragend organisierter Wettkampf, mit traumhafter Kulisse im Vorarlberg. Er ist sowohl mit der Rad- und Laufstrecke nicht nur hart, sondern auch sehr ehrlich wie ich finde. Ich werde nun eine kleine Pause vom Trans einlegen, aber ich hoffe doch alsbald wieder an der Startlinie stehen zu können. Dann hoffentlich wieder mit der richtigen mentalen Einstellung, die wohl unter der bereits vierten Teilnahme infolge und der Hitze gelitten hat. Gerne könnte die Schwimmstrecke verlängert werden. Schließlich hat man mit dem Bodensee eine ausreichend große Wasserfläche zur Verfügung. Damit stehe ich wohl ziemlich alleine da :) ...



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